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Wesermarsch / Oldenburg e. V.

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Ochsenwochen
Weideochsenhaltung

Auf den Ochsen gekommen..

Kulturgeschichtliches Relikt, seit Jahrtausenden Begleiter des Menschen, Opfer- und Nutztier, symbolträchtig und wohlschmeckend - der Ochse hat Geschichte.

In der Wesermarsch und den nördlichen Marschengebieten des Oldenburger Landes kann die Weideochsenmast auf eine lange Tradition zurückblicken.

Fast schon historisch ist der 27. Oktober 1857, da ging vor nunmehr 147 Jahren in Nordenham der erste Ochse vom "Ochsenpier" Wilhelm Müllers an Bord des ersten Lloyddampfers zu dessen erster Fahrt im Rahmen der Englandfahrt des Norddeutschen Lloyd. Von hier aus wurden in der Folgezeit die in England so heiß begehrten Ochsen aus der "Oldenburger Marsch" zwar nicht in die Welt, aber nach England, der zu jener Zeit größten Schifffahrtsnation der Welt, exportiert.

Für viele Jahre blieb Nordenham Ausgangsort und Schwerpunkt des Viehexports aus den Nordoldenburger Marschen. Das "Nordenhamer Geschäft" der Viehexport ab Ochsenpier, ließ sich für alle Beteiligten gut an.


Die Tendenz war steigend und das Jahr 1865 ein absolutes Spitzenjahr für die Viehausfuhr via Nordenham. Danach jedoch gingen die Zahlen bis zum Jahr 1874 stetig zurück. Die Rinderpest in Deutschland brachte das endgültige Aus des Ochsenhandels nach England auf Grund der dortigen, einer Einfuhrsperre gleichkommenden Einfuhrbestimmungen (Kreiszeitung Wesermarsch 16.Oktober 2004).

Bis ca. 1950 wurden in der Wesermarsch Ochsen in großen Stückzahlen gehalten, da alle nicht zuchttauglichen Bullen aus praktischen Gründen als Ochse gehalten wurden. Die Einführung der Maissilage als Futtergrundlage für die Stallhaltung und -mast von Bullen sowie die relative Vorzüglichkeit der Bullenmast im ökonomischen Vergleich verdrängte die Haltung von Ochsen immer mehr. Mit den "Ochsenwochen" wollen wir die traditionelle und extensive Form der Weidemast in der Wesermarsch mit neuem Leben erfüllen:


Den Ochsen hier bei uns in der Wesermarsch geht's übrigens ähnlich gut wie unseren Lämmern. Auf saftig grünen Weiden führen sie zwei Sommer lang ihr ochsenmäßiges Dasein. Zweimal dürfen sie Geburtstag feiern und weil sie auf der Weide groß werden, brauchen sie auch kein Kraftfutter. Die artgerechte , extensive Haltung und das naturbelassene Futter bilden die Vorraussetzung für den hohen Qualitätsstandard des Ochsenfleisches: köstlich und kostbar ist es zur echten Rarietät geworden.


Das belegen auch Zahlen aus dem Jahr 2003: von 130.000 in der Wesermarsch gehaltenen Rindern (2.5 Millionen in Niedersachsen) gehörten knapp 2.000 Stück zur Kategorie Ochse/Bulle. Da keine getrennte Statistik geführt wird, schätzt man den Anteil vermarkteter Ochsen in der Wesermarsch auf ca. 600 Stück/Jahr.